14.2.06

A. Schnittlauch: Anschauliches


"Schmerztherapie", Albin Schnittlauch, 2006

(Institut Wiesner/A. Schnittlauch)

250000 Bildpunkte III





















"Mond und Tod 2"

Einblicke in die Kunstfotografie Raimund Düblers.

(Institut Wiesner/R. Dübler)

9.2.06

Erinnerungen

In der Zeit seines Bestehens 1982 bis 1994 war das „Schreiber“, eine Mischung aus Wirtshaus und Café, dem Institut Wiesner immer wieder netter Besuchsort für gemeinsame Gesprächsrunden, den in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Wiesner-Stammtischen.












Interessante Unterhaltungen, gemeinsame Überlegungen, Entwicklung neuer Konzepte – und das jeweils bis weit in die Nacht. Dazu gute Getränke und vorzügliche Speisen aus der Hausküche. Die etwa 10, später leider etwas weniger, Anwesenden profitierten von den Wiesner-Gesprächen, wie sie anschließend jeweils zu berichten wussten, ganz ungemein.

Richard E., langjähriger Freund des Wirthaus-Besitzers Arnold Schreiber, konnte sogar mehrfach – genauer gesagt, 4 mal zwischen 1985 und 1993 - einen Präsentationsabend arrangieren, wobei den anwesenden Gästen – nach Zählungen des Gastwirtes sollen es jeweils mehrere 100 (!) gewesen sein - Bilder, Filme (Projektionen) und Schriftwerke (Lesungen) präsentiert wurden.









Impressionen von Zenobias Trauthmann

Der schwere Duft von Pfeifenrauch, Tabakblättern und Kaffee umwallte mich, nachdem ich die schwere Holzpforte aufgetan hatte. Im inneren der Gaststätte herrschte reger Betrieb; um mich herum wuselten Kellner und die Luft war erfüllt von Stimmengewirr.
Ich war ein paar Minuten zu spät, und es dauerte, bis ich die Versammlung gefunden hatte.
Sie hatte sich im hintersten Abteil des Speisesaals angesiedelt. Es war eine runde Nische, in der ein ovaler, ausladender Eichentisch stand, an dem fast zehn Leute Platz fanden.
Alle waren sie versammelt: Die Begründer, die Mitbegründer, die ehrenamtlichen Mitarbeiter und auch die engsten Freunde des Hauses, zu denen auch ich gehörte.
Königsfeld, der Institutgründer, paffte an seiner langhubigen Pfeife, deren leicht bläulicher Rauch im Schein des Deckenlüsters sichtbar wurde.
Alle Blicke waren auf mich gerichtet.
"Das Institut Wiesner grüßt!", sagte Königsfeld wohl gesonnen. "Auch, wenn Sie zu spät sind." Zu meiner größten Erleichterung sagte er das mit einem Lächeln auf den Lippen.
"Das Institut Wiesner grüßt!", wiederholten die übrigen Anwesenden.
Ich nahm auf dem letzten freien Stuhl platz und genoss die urige, heimelige Atmosphäre der Runde. Der findige Kellner, der meine Ankunft aus der Ferne mitverfolgt hatte, eilte herbei, zückte seinen Block und seinen Stift, und nahm meine Bestellung auf.
Ich orderte - wie der Rest der Rund auch - ein großes Jubelbier.
Das war unser Standartgetränk. Und in diesem Lokal war es besonders gut; frisch gezapft und von nussbraunem Schaum gekrönt.
Mit langsamen Schlucken trank ich die Schaumkrone von meinem Bierglas ab und blickte in die Runde.
Jetzt, da wir vollzählig waren, konnten die Debatten beginnen.
Königsfeld räusperte sich.
"Liebe Freunde des Hauses."
Mit diesem Satz begann er immer.


(Institut Wiesner/Müller/Trauthmann)